Photo Credit: Tom S. of www.thearoostookfstops.org

Biathlon-Disziplinen

Biathlon hat fünf olympische Disziplinen für Männer und Frauen. Die folgende Abbildung zeigt die Einzelheiten jedes Wettbewerbs.

EINZELWETTKAMPF

Der Einzelwettkampf ist die ursprüngliche Biathlon-Disziplin. Die Strecke ist für gewöhnlich 3 bis 4 km lang und wird fünf Mal abgefahren. Der Teilnehmer muss vier Schussphasen in den fünf Runden absolvieren und zwar in der Abfolge liegend – stehend – liegend – stehend. Der Teilnehmer wählt seine eigene Schussbahn und feuert auf Ziele, die 50m entfernt sind. Im Einzelwettkampf wird der Teilnehmer mit einer Strafminute pro Fehlschuss bestraft. Trainer beobachten die erste liegende Schussphase und geben den Athleten Sichtkorrekturen auf der Strecke, wenn ihre Schüsse das Ziel verfehlt haben. Weil der Wettkampf mit einem Intervall-Start beginnt, und die Athleten in 30-sekündigen Abständen starten und 1-minütige Strafzeiten pro Fehlschuss erhalten, haben die Trainer jede Menge zu tun, um die Platzierung des Athleten zu berechnen und diese Information an ihn oder sie weiterzugeben. Spitzen-Athleten erreichen nach 50 bis 55 Minuten das Ziel.

SPRINT-WETTKAMPF

Teilnehmer in diesem Sprint-Wettkampf starten für gewöhnlich in 30-Sekunden-Abständen. Die erste Schuss-Phase sind fünf Schüsse liegend und wird für gewöhnlich nach 3 bis 3,3 km Langlauf vorgenommen. Die zweite Phase erfolgt nach ungefähr 6,5 km, dieses Mal werden 5 Schüsse stehend ausgeführt. Im Gegensatz zum Individual-Wettkampf müssen die Wettkämpfer hier für jeden Fehlschuss eine zusätzliche 150m-Strafrunde abfahren, was ungefähr 23 Sekunden dauert. Beim Sprint geschieht das Schießen schneller und ist riskanter, denn die Biathleten haben das Gefühl, dass sie bei der Strafrunde aufholen können. Aber die Zeit, die für die zusätzliche Schleife benötigt wird, ist nur ein Teil der Strafe, denn jeder Meter auf Skiern verlangt dem Körper des Athleten Tribut ab. Wie beim Individual-Wettkampf stehen die Trainer an der Strecke und kalkulieren die Platzierung des Athleten gemäß dem Intervallstart. Die Weitergabe dieser Informationen nennt man Zwischenzeiten geben und dies kann bei der Motivation der Athleten helfen, damit diese um jede Sekunde kämpfen und versuchen, Athleten zu überholen, die bereits das Ziel erreicht haben. Spitzenathleten erreichen das Ziel in 22 bis 24 Minuten.

STAFFEL-WETTKAMPF
Einer der aufregendsten Wettkämpfe ist die Staffel. Jedes Team besteht aus drei oder vier Biathleten, von denen jeder den Kurs abfahren und dabei zweimal zum Schießen anhalten muss – erst liegend und dann stehend. Der Wettkampf beginnt mit einem beeindruckenden Simultanstart der jeweils ersten Wettkämpfer pro Team. Das Feld kommt in der Regel „en masse“ am Schießstand für die erste liegende Schussphase an und die Wettkämpfer feuern auf der Bahn, die ihrer Startnummer entspricht. Anders als bei allen anderen Biathlon-Wettkämpfen haben die Biathleten hier acht Schüsse für fünf Ziele. Die ersten fünf Schüsse werden ganz normal aus dem Magazin geladen. Wurden alle Ziele mit den ersten fünf Schüssen getroffen, kann der Athlet sofort mit dem Skifahren weitermachen. Falls nicht alle Ziele getroffen wurden, muss der Athlet jeden zusätzlichen Schuss einzeln per Hand nachladen, bis alle Ziele getroffen wurden oder keine Schüsse mehr übrig sind. Jeder zusätzliche Schuss bedeutet eine Lade- und Schusszeit von etwa 5-7 Sekunden – und stellt demnach eine Teilstrafe dar. Die schnellsten Schüsse fallen normalerweise während der Staffel, denn die Athleten wissen, dass sie im Falle eines Fehlschusses zusätzliche Patronen haben. Dieses Kopf-an-Kopf-Duell auf dem Schießstand und auf der Strecke macht die Staffel für die Zuschauer besonders spannend. In der Übergabe-Zone wird der nächste Teilnehmer des Staffel-Teams mit einer Markierung seines Teamkollegen auf den Weg geschickt. Die besten Teams erreichen nach etwa einer Stunde und zwanzig Minuten das Ziel.

VERFOLGUNGS-WETTKAMPF
Die Startzeiten bei der Verfolgung basieren auf den Zielzeiten eines vorausgegangenen Wettkampfs. Das Feld ist auf nur 60 Athleten begrenzt, die für gewöhnlich in weniger als fünf Minuten starten. Der erstplatzierte Wettkämpfer startet zuerst, daraufhin folgen die restlichen Wettkämpfer gemäß deren Rang und Zielzeit aus dem vorangegangen Wettkampf. Athleten und Zuschauer wissen hierbei sofort, dass der erste Athlet auch in der Wertung führend ist. Interessanterweise gewinnt selten der erste Läufer dieses unvorhersehbare Hochdruck-Rennen. Athleten müssen ihre Schusspositionen in der Reihenfolge einnehmen, in der sie am Schießstand ankommen – was bedeutet, dass der führende Läufer Schusspunkt eins (ganz rechts auf dem Schießstand) nimmt, der zweite Athlet Schusspunkt zwei und so weiter. Die Athleten schießen liegend – liegend – stehend – stehend und die Trainer beobachten das erste Liegendschießen sehr genau, um den Athleten für die zweite Schussphase gegebenenfalls nötige Sichtkorrekturen geben zu können. Für jeden Fehlschuss muss der Athlet eine 150-m-Strafrunde zurücklegen – wobei die Athleten oft über die Schulter schauen, um zu sehen, wie viele Athleten sie dabei überholen. Voll von Duellen auf dem Schießstand, Taktiken auf der Strecke und Fotofinishs an der Ziellinie ist dieser Wettkampf bei Athleten und Zuschauern sehr beliebt.

MASSENSTART-WETTKAMPF

Mit einem simultanen Start aller Teilnehmer bietet der Massenstart den Zuschauern und Athleten ultimative Aufregung und Spannung. Der Aufbau des Massenstarts gleicht dem der Verfolgung, nur die Strecke ist etwas länger und natürlich starten die Athleten alle zur gleichen Zeit. Das Feld ist auf die 30 Spitzenathleten der Gesamtwertung der Weltmeisterschaft begrenzt und hatte 2006 sein olympisches Debüt.

SOMMER-BIATHLON
Die Kombination aus Rennen und Schießen ist ein Ableger der olympischen Winterdisziplin, in der Skilanglauf und Schießen kombiniert werden. In der Vergangenheit waren nahezu alle Sommer-Biathleten eigentlich Winter-Biathleten, die versuchten, außerhalb der Saison fit zu bleiben. Dies ist aber nicht länger der Fall. Menschen aller Größen und jeden Alters, die sich nicht für das Skifahren interessieren, nehmen am Sommer-Biathlon teil. Mit Veranstaltungen in New Mexico, Georgia und Kalifornien ist es eindeutig, dass Sommer-Biathlon nicht nur für Skifahrer geeignet ist. Eine neue Sportart ist entstanden.

Im Sommer-Biathlon beträgt die Standard-Wettkampfsdistanz 5 Kilometer. Die Gewehre sind .22-Kaliber und die Standard-Schuss-Distanz beträgt 50 Meter. Sommer-Biathlon-Rennen verwenden den gleichen Aufbau wie der olympische Wintersport, nur dass gelaufen und nicht skigefahren wird.

Wettkämpfer, die in Wellen von 2 oder 3 pro Minute starten, beginnen mit einer Schleife, die sie zum Schießstand bringt. Sie legen sich hin, nehmen das Gewehr zur Hand, feuern 5 Schüsse auf ein metallenes Ziel ab, gehen zum Ende des Schießstandes und laufen dann weiter. Sie laufen eine weitere Runde und kommen dann wieder zum Schießstand. Dieses Mal feuern sie fünf Schüsse im Stehen ab. Der Wettkampf endet mit einem Sprint zum Ziel. Die Wertung basiert auf der Gesamtzeit der Wettkämpfer, einschließlich der Zahl der Strafrunden für jeden Fehlschuss.

(Inhalt mit freundlicher Genehmigung der US Biathlon Association)

(Foto mit freundlicher Genehmigung von  www.thearoostookfstops.org)